August 9

„Ich denke, also bin ich.“

tanja Rothkegel

0  comments

Spätestens mit diesem Ausspruch Descartes wurden schon vor langer Zeit die körperlichen Empfindungen dem kognitiven Denken untergeordnet. Doch wenn wir Persönlichkeit verstehen und entwicklen wollen, dann müssen wir einen Blick auf die Funktionsweise des Gehirns werfen. Und dann wird deutlich, warum wir uns durch das rein kognitive Denken selbst blockieren und (vor allem in der sozialen Interaktion – und hierzu gehört Selbst- und Fremdführung!) hinter unserem vollen Potenzial zurückbleiben.

Mit Embodiment lösen wir diese Blockaden auf und ermöglichen neue Verhaltensmuster, die durch den reinen Verstand nicht entstehen können. Insofern ist es mehr als sinnvoll, Embodiment in die persönliche Weiterentwicklung einzubeziehen.

Das Gehirn: Bewusstsein vs. Instikt

Schauen wir uns einmal an, wie der Teil unsers Gehirns funktioniert, in dem die Persönlichkeit entsteht.

  1. Stammhirn (Reptililen-Gehirn): Dieser „älteste“ Teil des Hirns ist zuständig für die Selbsterhaltung, Atmung, Kreislauf, Stoffwechsel sowie für Grundmuster des Verhaltens, die das Überleben sichern.
  2. Zwischenhirn (Limbisches System): Dies ist das emotionale Gehirn. Hier wird eine reizstimulierte Handlungsfolge mit Variationen und neuen Reaktionen veranlasst.
  3. Großhirn (Neokortex): Der Neokortex ist der „jüngste“ Teil, das s. g. neomammalisches Gehirn. Es ist der Ursprung der Selbstbestimmung, der differenzierten Wahrnehmung und Interpretation.

Das Reptiliengehirn funktioniert ausschließlich instiktiv und löst auf einen Reiz immer eine feste Handlungsfolge aus. Das Zwischenhirn hingegen bringt Variationen, indem es Emotionen ins Spiel bringt. Allerdings gibt es hierbei keine neutralen Emotionen, sondern nur positiv oder negativ. Diese beiden Teile des Gehirns steuern das Verhalten also durch Gefühle und Instinkte sowie durch Emotionen, bei denen vor allem auf äußere Reize RE-agiert wird. Der Neokortex hingegen nimmt die Signale von außen viel differenzierter wahr und hat dadurch mehr Möglickeiten zur selbstbestimmten Aktion und Reaktion.

Der Nachteil des Denkens

Auch der Zeitbezug der unterschiedlichen Hirnareale ist interessant: das Stammhirn ist vergangenheitsorientiert, das limbische System gegenwartsorientiert und der Neokortex zukunftsorientiert.

Der Neokortex ermöglicht also planvolles Handeln – allerdings ermöglicht er es auch, sich Sorgen zu machen. Furcht vor der Zukunft, Angst vor dem Versagen oder etwa Minderwertigkeitskomplexe entstehend genau hier. Und da der Neokortex niemals losgelöst von den anderen Anteilen des drei-einigen Gehirns funktioniert, werden durch das limbische System und das Reptiliengehirn weitere „Begleiterscheinungen“ erzeugt. Hieraus resultieren körperliche Reaktionen, die sich über Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Körpersprache, etc. ausdrücken.

Und dann war da noch…

… das Nervensystem: um körperliche Reaktionen zu verstehen wäre es zu einfach, nur auf das Gehirn zu schauen. Elementar wichtig in der Arbeit mit Stress, Resilienz und Embodiment ist das vegetative (autonome) Nervensystem. Doch mehr darüber in einem der nächsten Artikel zur Polyvagal-Theorie.

Stay tuned…


Tags

Emotionen, Funktionsweise des Gehirns, Kognition, Kortex, Limbisches System, Reptiliengehirn


You may also like

Inspiration Lunch – Embodied Resilience

Embodied Resilience Workshop & Coaching

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
>